Film Review: Avengers Endgame

Nachdem ich letztes Jahr Infinitiv War gesehen habe und innerlich mehrfach gestorben war, kamen mir die letzten Monate einfach nur unfassbar lang vor. Wie kann man dieses Ende nur irgendwie verkraften und warum quälen uns die Russo Brothers so? Und dann war er endlich da: Der Tag, an dem ich endlich Endgame im Kino sehen würde!

Wie vermutlich jeder Marvel-Fan habe ich also die Tage zum Erscheinungstermin von Endgame gezählt, mich von jedem Trailer, Foto oder Post genährt und unaufhörlich Theorien entwickelt. Achtung : Ab jetzt folgen Spoiler. Denn ohne die kann ich leider nicht vernünftig über den Film reden. Ich muss etwas konkreter werden.

Mein Fazit nach diesen drei Stunden (!): Ich war enttäuscht. Also so richtig. Man hat mir mein Fan-Herz aus der Brust gerissen und darauf herumgetrampelt. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass dies bisher der Fall schlechteste Marvel Film für mich ist. Ja, sogar noch schlechter als Thor: The Dark Kingdom. Um das zu retten, kann es gar nicht genug Loki-Content geben.

Aber was bringt mich nun zu dieser, zugegeben, etwas gewagten These? Sagen wir so: Wenn man sich ein Jahr lang auf das schlimmste und erschütterndste Ende aller Zeiten a la Game of Thrones gefasst macht und dann 180 Minuten Weichspüler-Werbung mit einem „Zeit-Hüpfer“ (bitte sagt mir, dass das einfach nur eine grottige Übersetzung von „Time Warp“war!) vorgesetzt bekommt – dann ist man halt enttäuscht! Der Film beginnt mit einer langen und dramatischen Phase, in der unsere Helden versuchen über ihre Verluste hinwegzukommen und – Überraschung! – das natürlich nicht ganz schaffen. Als dann Scott Lang wieder auftaucht (Gänsehautmoment mit seiner Tochter!) bringt er nach fünft Jahren die Lösung mit: Eine Zeitmaschine. Wow. Ernsthaft? Da haben mir die Theorien der Fans deutlich besser gefallen. Natürlich gibt es bei der Mission wieder einen Haken, denn die Reise ist nur einmal möglich. Auch ein unorigineller Klassiker. Generell ist der ganze Film so unfassbar vorhersehbar gewesen, dass ich keine richtigen WTF-Momente hatte, die mich total überraschen konnten.

Größter Kritikpunkt ist für mich die Darstellung von Thor gewesen: Schon in Ragnarok/Tag der Entscheidung neigte der Donnergott dazu, flache Witze zu reißen und weinerlich zu werden, wenn die Haare abgeschnitten werden sollten. Dass man auf diese göttliche Heulsuse noch einen drauf setzen kann, hätte ich nicht erwartet. Was stark begann (Thor köpft Thanos auf brutale, aber VERDAMMT attraktive Art und Weise, bei der das ganze Kino anerkennend applaudiert), endet schließlich in Neu-Asgard, mit einem Gott der ein fettleibiger Alkoholiker geworden ist und Fortnite spielt… Ein Running Gag, der sich durch den gesamten Film zieht und einen so starken und loyalen Charakter einfach nur in den Dreck zieht. Ich war geschockt, wie man zugunsten eines schlechten Gags einen ganzen Charakter so Lächerliche machen kann.

Zweiter großer Kritikpunkt: Das Ende von Cap. Verdammt, er hätte sterben sollen. Es hätten einfach generell viel mehr sterben sollen. Es war einfach viel zu perfekt. Dank des Zeitreisens hat auch echt jeder sein Happy End bekommen! Thor verabschiedet sich von seiner Mutter, Tony schließt Frieden mit seinem Vater, Clint bekommt seine Familie und Scott seine große Liebe zurück. Natürlich darf da auch Caps Tanz mit seinem Mädchen nicht fehlen und ganz nach Disney-Manier verbringen die beiden auch noch ein langes und glückliches Leben miteinander. So schön das auch sein mag – aber ich finde, man hat es sich hier zu einfach gemacht. Ich werde das Gefühl nicht los, dass die einzigen beiden Todesopfer in diesem Film dazu führen, dass es mehr Überlebende für potenzielle Serien des neuen Disney-Streaming-Dienstes gibt.

Was mich dennoch beeindruckt hat war jede einzelne Szene mit Tony. Es ist unglaublich wie er sich mit Pepper ein so tolles Leben aufgebaut hat. Die Momente mit seiner Tochter waren so herzerwärmend, das Gespräch mit seinem Vater war amüsant ohne albern zu sein, dieser Bromance Moment mit Cap war wunderschön und sein Tod war episch und ihm würdig. Ich habe aus vollem Herzen geweint und als ich dann noch bei der Beerdigung den kleinen Jungen aus Iron Man 3 unter den Gästen gesehen habe, brachen endgültig alle Dämme. Warum war so ein endgültiges Ende nicht für mehr Charakter möglich?

Weitere Highlight Szenen, die ich kurz würdigen möchte: Dr Strange, wie er die Flutwelle aufhält; Captain Marvel, als sie es alleine mit Thanos aufnimmt; Loki, als er mit dem Tesserakt abhaut.

Weitere Szenen, die mich enttäuscht haben: Alles mit diesem unglaublich unangenehmen Hulk-Banner-Monster-Vieh; Falcon als neuer Captain America (es hätte Bucky sein sollen!); das vorhersehbare Ende von Natasha; das genauso vorhersehbare Kämpfen mit Mjölnir von Cap (hat sich ja schon in Avengers 2 angekündigt und hat dadurch seinen Wow-Moment verloren) und eine epische, aber viel zu kurze Schlacht am Ende.

Ich könnte noch ewig so mit Pro und Kontra weitermachen, denn in 180 Minuten lässt sich viel verpacken. Schreibt mir gerne in die Kommentare, wie ihr den Film gefunden habt. Ich würde ihn aktuell mit 2,5/5 Sternen bewerten.

5 Kommentare zu „Film Review: Avengers Endgame

  1. Ich muss dir da voll und ganz zustimmen, nach einem Jahr Vorfreude und warten war ich einfach total enttäuscht als ich aus dem Kino kam.
    Besonders die Veränderung von Thor war am Anfang ja ganz witzig aber dann hätte auch mal gut sein können.
    Warum sich Bucky am Ende zurückgehalten hat und Falcon vorgeschickt wurde konnte ich auch nicht verstehen. 🙄
    Es hat sich einfach alles so angefühlt als möchte man jetzt neuen Helden den Weg ebnen um mit denen dann in Zukunft noch richtig schön Geld zu verdienen 😕

    Gefällt 1 Person

    1. Jaa genau, die fiesen Witze über Thor sind einfach zu viel gewesen.💔 Bucky als neuer Cap wäre einfach ein Träumchen gewesen, keine Ahnung warum man das wieder mal so anders gestalten musste als in den Comics…😭 So schön ich die Idee mit den Marvel Serien auch finde, aber man sollte es auch nicht übertreiben und das wird bestimmt passieren.☹️

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  2. als ich das Wort „enttäuscht“ las, schrie ich innerlich überrascht „waaaas???“aus.
    Ich hab den Film so geliebt, mehr noch als Infinity War und hab Ende so unglaublich geheult 😂
    Bei der ersten Hälfte hatte ich noch Angst der Film würde zu lustig werden und die Ernsthaftigkeit der Lage verfehlen, aber die zweite Hälfte hat das super ausgeglichen. Thor war aber wirklich zu ulkig und die Szene mit seiner Mutter wirkte wirklich eher albern als Herz erwärmend…

    Mein Highlight war neben Iron Man und Captain Marvel aber Captain America, der verdammt heiß wirkte, als er Thors Hammer schwang und wie er sich erhob, um sich alleine gegen Thanos Armee zu stellen war absolut episch!❤️
    Da ich gehofft habe, dass er überleben würde, fand ich das Ende für ihn schön, auch wenn er mir in zukünftigen Filmen fehlen wird und ich mit ebenfalls Bucky als Nachfolger gewünscht hätte.

    Geschmäcker sind verschieden, aber mir persönlich wäre es lieber, wenn weniger Personen gestorben wären. Ich muss dabei immer an die Herr der Ringe Filme denken, die trotz weniger Tode fantastisch waren und mittlerweile kommt es mir so vor, als ob tragische Tode einen mangel an Einfallsreichtum in der Story kaschieren sollen…

    Störend fand ich aber auch wie vorhersehbar die Tode waren, da hast du absolut Recht.
    Schade, dass der Film dir nicht so viel Spaß gemacht hat🤷🏻‍♀️ hoffe Game of Thrones wird weniger enttäuschend😂

    Gefällt 1 Person

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