Musst du mich denn gleich blockieren?

Liebe AutorInnen,

Wenn ihr uns Blogger fragt, ob wir nicht euer neues Buch lesen und rezensieren wollen, dann erfüllen viele von uns euch meistens diesen Wunsch. Nicht, weil wir ein gratis Buch haben wollen, sondern oft weil uns der Klappentext anspricht und uns der oder die AutorIn sympatisch ist. Gerade bei Jungautoren und Erstlingswerken macht diese Form der Kooperation eigentlich besonders viel Spaß. Denn oft ermöglicht sich hier ein reger und intensiver Austausch, vielleicht entsteht sogar eine Freundschaft und die Möglichkeit für weitere Zusammenarbeit.
Doch dabei scheinen einige AutorInnen oft zu vergessen, dass vielen von uns eine ehrliche Bewertung des Buches Priorität Nummer eins ist. Denn wenn ich euch ein Buch empfehle, möchte ich zu 100 Prozent dahiner stehen – denn nichts ist schlimmer als ein Leser meines Blogs, der sich durch mich ein Buch kauft und es dann schlecht findet.

Das perfekte Buch gibt es nicht

Jeder Leser hat unterschiedliche Erfahrungen, Ansprüche und Erwartungen an ein Buch und diese können einfach nicht immer erfüllt werden. Das ist ganz normal, selbst große Autoren müssen sich regelmäßig mit negativer Kritik außeinandersetzen. Wenn wir sagen, dass uns euer Schreibstil aus bestimmten Gründen nicht gefallen hat, ein Protagonist uns unsympatisch erschien oder wir das Thema nicht als gut umgesetzt empfunden haben, dann sagen wir dies nicht, um euch zu beleidigen, zu verletzen oder gar um eure junge Karriere zu sabotieren, sondern um andere Leser mit einem ähnlichen Geschmack wie unseren darauf hinzuweisen, dass dieses Buch nichts für sie sein wird. Und das rettet euch auch ja auch vor weiteren negativen Bewertungen.

Wie man mit Rezensionen umgehen kann – aber nicht sollte

Ich weiß, dass viele Autoren auch gar keine Rezensionen lesen, um sich so nicht beeinflussen zu lassen, andere versuchen aus ihnen zu lernen und sich selbst zu verbessern. Beide Varianten finde ich persönlich total nachvollziehbar. Eine weitere Möglichkeit ist die, Kritik nicht zu ignorieren, sondern den Blogger hinter seinem Rücken anzugreifen. Nach etwa 1,5 Jahren Bookstagram habe ich inzwischen einige Posts gesehen, in denen Autoren ein Zitat aus einer Rezension nehmen, ohne dessen Ursprung deutlich zu machen oder den Verfasser zu markieren, und dann hemmunglos anfangen zu lästern. Da habe jemand die Geschichte nicht verstanden, keinen Sinn für Sprache oder sei schlichtweg zu pingelig. Gute begründete Kritik wird als falsch deklariert und ins lächerliche gezogen. So geht das nicht!

Blockieren ist nicht die beste Lösung – Lügen auch nicht

Eine weitere Variante auf negative Rezensionen zu reagieren (wobei negativ sich hier oft  auch auf durchschnittliche 3-Sterne-Rezensionen bezieht), ist das ignorieren oder sogar blockieren auf Social Media. Ich habe mit drei Bloggerkolleginnen über genau diesen Fall geredet, denn alle drei haben diesen Fall erlebt. Sie schickten der Autorin einen Rezensionslink, machten ein aufwendiges Foto für Instagram und schrieben eine lange und ausführliche Rezension. Darauf erhielten sie dann entweder gar keine Antwort mehr (auch nach mehrmaligem Nachfragen nicht), wurden nach einer kurzen Diskussion blockiert oder gar darum gebeten, eine falsche (und bessere) Rezension auf Amazon zu posten oder die schlechte zu löschen – und das ist meiner Meinung nach Wettbewerbsverzerrung und einfach nicht fair.

So geht’s richtig!

Woher dieses Verhalten vieler Jungautoren kommt, kann man nur erahnen. Ja, es ist euer erstes Buch, in das ihr viel Zeit und Herz gesteckt habt. So verletzend Kritik auch sein kann, sollte man dennoch gelassen damit umgehen können, sich der Möglickeit negativer Bewertungen schon früh bewusst werden und versuchen, damit angemessen umzugehen. Ein positives Beispiel dafür ist für mich Ava Reed, die meine Kritik an ihrem Roman „Alles. Nichts. Und ganz viel dazwischen.“ nicht nur wahrgenommen, sondern auch aktzeptiert hat, ihren Standpunkt kurz und freundlich darstellte und sich sogar am Ende noch für meine Rezension bedankte. Solch ein Verhalten wünsche ich mir von allen Autoren.

AvaReed

Seid offen für Diskussionen

Deshalb mein Apell an euch, liebe Autorinnen und Autoren: Nehmt euch unsere Kritik nicht zu sehr zu Herzen, seht den Blogpost als Werbung für euch und wir alle kennen es ja: Ein Buch mit großer Präsenz auf Bookstagram wird oft ein Erfolg, auch wenn es negative Bewertungen gibt. Wenn ihr uns ein Buch gratis zur Verfügung stellt, dann redet nach der Rezension mit uns, versucht höflich und freundlich mit uns über das Buch zu diskutieren – und manchmal gibt es auch Aspekte, die uns vielleicht beim Lesen nicht gleich klar waren oder die ein ganz anderes Licht auf die Geschichte werfen und unsere Bewertung nochmal nach oben treiben können. Gleichzeitig bietet ihr uns so die Möglichkeit, euer Zitat in den Post mit einbeziehen zu können, sodass der Leser beide Meinungen kennt und selbst entscheiden kann, was er als passend empfindet. Und bitte sagt doch einfach mal Danke. Wir machen uns die Mühe, euer Buch zu lesen, zu rezensieren und zu fotografieren und das kostet viel Zeit und manchmal auch Geld.

Wenn ihr uns blockiert oder sogar unsere Kritik zerreißt, sorgt ihr nur für einen negativen ersten Eindruck von euch, sondern macht euch auch die Möglichkeit einer späteren Kooperation (Gewinnspiel etc.) zunichte.  Wir wollen euch nichts böses, sondern unseren Followern einfach nur einen ehrlichen Service bieten.

Eure Nina

 

6 Kommentare zu „Musst du mich denn gleich blockieren?

  1. Ein wirklich wichtiges Thema, welches du da angesprochen hast 🙂 Ich finde es unfassbar schade, wenn Autoren/ innen so reagieren.
    Ich hatte persönlich ebenfalls so einen fall. Ich hatte ein Rezensionsexemplar bekommen und fand as Buch wirklich nicht gut aber habe es zuende gelesen und meine Meinung in einer Leserunde erklärt. Die Autorin hat allen geantwortet nur meiner Freundin und mir nicht, da wir beide das Buch nicht als ein 5 Sterne Buch empfanden. Als ich ein paar Fragen zum Buch hatte bin ich nachher nur noch angepampt worden und bezüglich meiner Rezension kamen auch nur antworten, die mir zeigten das eine ehrliche Meinung wenn man das Buch schlecht fand nicht erwünscht sei. Das hat mich ziemlich sauer gemacht. Ich habe mich dann mit einem weiteren Mädchen aus der Leserunde unterhalten und sie erzählte mir, dass sie ziemlich komische Emails von der Autorin bekommen hatte, als das sie meinte, dass das Buch nicht so gut war.

    Ich hatte aber auch schon Fälle, die das komplette Gegenteil bewiesen haben.

    Liebe Grüße,
    Paula Josina

    Gefällt 1 Person

  2. Hi Nina

    Ja, diese Thematik kenne ich von Früher auch noch. In 10 Jahren bloggen kommt schon einiges zusammen. Und ich find es schade das sich das immer noch so verhält. Ich hatte auch schon Autoren die nicht wollten das ich meine Rezension veröffentlich, oder das ich sie wieder lösche. Oder das ich sie anders formuliere. Schön gesagt. Aber da waren und sieze auch noch heute auf dem falschen Dampfer bei mir. Und Kommentare wie die du oben auch genannt hast kenn ich eben so oder auch „Aber alle meine Bekannten finden es gut, da kannst ja nur du falsch liegen“. Tja, dazu sag ich nichts.

    Ich fände es toll wenn die die Autorinnen und Autoren das echt mal hinter die Ohren schreiben. Denn wir sind ja nicht die ganze Welt und auch wenn unsere Meinung nicht grade die beste ist vom Buch, heisst da ja nicht das wir sie in den Ruin treiben nur weil wir unsere negative Bewertung online stellen. Schlussendlich entscheidet der Leser ja immer noch selber ob er das Buch dennoch kaufen will. Bei mir ist es sogar so, dass wenn ein Buch mega schlecht abschneidet ich total neugierig werde und mir das Buch manchmal genau deswegen hole *lach* Wie sagt man so schön im Marketing? Schlechte Werbung ist auch Werbung und manchmal die viel effektivere.

    Und sind wir ehrlich, die Reaktion dieser Autoren sagt mehr über sie als über dich, uns aus. 😉

    Liebe Grüsse
    Alexandra

    Gefällt 1 Person

  3. Danke für diesen tollen Beitrag. Ich habe auch schon negative Erfahrungen gemacht, aber auch sehr positive. Ich kann da gar nicht mehr hinzufügen, ausser dass dein Blog gleich mal in meinen Feedly Reader gewandert ist.

    Herzlich

    Josia

    Gefällt 1 Person

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