#Bookhater: Warum macht ihr mir meine Bücher schlecht?

Kennt ihr das auch: Ihr zeigt eure Neuzugänge oder euren „What to read“ für den nächsten Monat und dann trudeln sie ein: Nachrichten wie „Also ich fand das Buch echt schlecht“ oder „Der Schreibstil ist absolut grausam“ oder „Das ist einfach nur mega langweilig!“. Aber was erhofft man sich davon, so etwas einer fremden Person mitzuteilen, die nichtmal nach anderen Meinungen zu dem Buch gefragt hat? Warum redet ihr mir meine Buchauswahl schlecht?

Nur um das klarzustellen: Ich habe das früher auch mal gemacht. Ungefragt habe ich anderen Bloggern vom Kauf eines Buches abgeraten, wenn ich es wirklich, wirklich schlimm gefunden habe. Und noch immer schrecken meine negativen Rezensionen wohl einige vom Kauf eines Buches ab. Doch inzwischen stand ich auch oft genug auf der anderen Seite und kenne dieses Gefühl: Du freust dich unglaublich auf ein Buch, kannst es kaum erwarten, es anzufangen und dann sagen dir plötzlich ganz viele Menschen, dass du es nicht lesen sollst.

Eigentlich sollte ich auf die Meinung von anderen Menschen nichts geben. Lesen ist subjektiv – das wissen wir alle. Jeder Mensch ist geprägt durch andere Erfahrungen, andere Erziehung, ein anderes privates Umfeld und hat dementsprechend andere Ansprüche an ein Buch. Der eine liebt Klischees, der andere hasst sie. Ich liebe poetische und geschwollene Formulierungen, viele verachten sie. Ich liebe Karl May, so ziemlich jeder andere Mensch fragt sich: Was stimmt mit dir nicht?! 😉

Und genau deshalb habe ich das Bedürfnis, über dieses Thema zu reden. Und möchte euch darauf aufmerksam machen. Denn auch ein gut gemeinter „Lies das bloß nicht“-Tipp ist nicht immer gewünscht. Auch wenn ihr nichts Böses im Sinn hattet, als ihr mir diese Nachricht geschrieben habt: Bitte tut das nicht. Solche Nachrichten sind der Grund, warum viele Bücher auf meinem SuB versauern. Stellt euch vor, ihr freut euch seit Jahren oder Monaten auf einen neuen Marvel-Film und dann kommt jemand im Kino aus der Vorstellung vor euch und sagt euch direkt ins Gesicht: „Der Film war scheiße!“

Fiese Vorstellung, oder? Also wollen wir nicht einfach einen Bookstagram Codex entwickeln?

Und Regel Nummer eins lautet: Sag nicht, dass das Buch schlecht ist!

Regel Nummer zwei: SAG NICHT, DASS DAS BUCH SCHLECHT IST!

Und Regel Nummer drei: Im Ernst. Sag es nicht.

Sorry dafür. Musste einfach sein. Aber ernsthaft: Wenn man nichts nettes zu sagen hat, soll man den Mund halten. Wenn ihr schon nicht auf Brad hören wollt, dann wenigstens auf Klopfer.

Eure Nina

3 Kommentare zu „#Bookhater: Warum macht ihr mir meine Bücher schlecht?

  1. Ich finde es ehrlich gesagt schlimmer wenn jemand ein Buch oder auch einen Film übermäßig lobt. Dann sind meine Erwartungen meistens zu hoch und wenn der Einstieg dann nicht schon spektakulär ist verliere ich total schnell die Lust weiter zu lesen. Hab deswegen die Caraval Reihe immer noch nicht beendet und Assasins Creed noch nicht einmal angespielt habe.

    Negative Kritik hingegen lässt mich relativ kalt. Wie du bereits schriebst: Lesen ist subjektiv.
    Wenn jemandem, der nur Klassiker und Biographien liest, das Jugendbuch nicht gefällt, vermiest mir das die Lust zum Lesen überhaupt nicht.
    Wenn jemand ohne nähere Erklärung schreibt „Was für ein scheiß!“ macht mich das neugieriger oder ich freue mich auf’s mit lästern können.

    Allerdings kann ich schon verstehen, dass ein kontextloses „OMG lies das bloß nicht!“ abschrecken kann und die Vorfreude auf ein Buch direkt trübt, vor allem wenn man einen Bücherblog führt. Natürlich denke ich mir jetzt „verdammt, habe ich das auch ohne böse Absicht gemacht!?“😂 und finde es gut, dass du auf so nette Art für dieses Thema sensibilsierst 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Übermäßiges Lob motiviert mich immerhin es zu lesen, daher finde ich das Buch dann zwar meistens auch nie soooo gut, aber bei mir ist dann immerhin meine Motivation zum Lesen dann nicht weg.😆 Aber spannend, dass es bei dir genau anders herum ist 😯

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  2. Ich kenne das Problem auch. Oft sage ich ebenfalls, dass mir das Buch nicht gefallen hat, weil der Schreibstil nicht meines war. Aber auch Bücher, auf die ich mich Monatelang gefreut habe, wie z.b.: Cinder & Ella Band 2., stehen jetzt noch ungelesen im Regal, weil mich die vielen negativen Bewertungen vom lesen abschrecken. Ich möchte mir die Geschichte dadurch nicht kaputt machen, denn der erste Band ist ein richtiges Jahreshighlight von mir und die Geschichte einer meiner liebsten, einfach weil mich das Thema am mitgenommen hat und ich mich gut hineinversetzen konnte.

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