Der Bär und die Nachtigall

Das perfekte Buch für die Weihnachtszeit, aber etwas zu viel Schubladendenken und Drama, dass definitiv nicht hätte sein müssen. „Der Bär und die Nachtigall“ lässt mich unsicher zurück.

Der Bär und die Nachtigall
Katherine Arden
Heyne Verlag
14. Oktober 2019
432 Seiten
16,99 Euro
ISBN-13: 978-3453320031

Inhalt

In einem Dorf am Rande der Wildnis, weit im Norden Russlands, wo der Wind kalt bläst und der Schnee viele Monate des Jahres fällt, erzählt die alte Dienerin Dunja den Kindern des Grundbesitzers Pjotr Wladimirowitsch Geschichten über Zauberei, Folklore und den Winterkönig mit den frostblauen Augen. Verbotene Geschichten über eine uralte Magie. Doch für die junge, wilde Wasja sind dies weit mehr als Märchen. Sie allein kann die Geister sehen, die ihr Zuhause beschützen. Und sie allein spürt, dass sich in den Wäldern eine dunkle Magie erhebt …

Meine Meinung

Wir begleiten in diesem Buch die Protagonistin Vasya von den ersten Sekunden ihres Lebens an bis hin in ihr Leben als Erwachsene. Allein schon dieser besondere Einstieg in die Geschichte hat mir sehr gut gefallen, eil man so Vasya und ihre Wurzeln besser kennenlernt. Vasya ist eine sympatische Protagonistin, sie entspricht aber einem Klischee, wie es im Buche steht: Ein junges Mädchen, nicht wirklich hübsch, fast sogar hässlich wird sie genannt. Dafür hat sie aber ein großes Herz, ist mutig, liebreizend und traut sich was, bringt sich dadurch aber auch oft in Schwierigkeiten. Außerdem hat sie eine Gabe und kann mysteriöse Kreaturen sehen. Sie ist mit Märchen aufgewachsen und glaub an die Figuren aus diesen Erzählungen auch. Natürlich heiratet ihr Vater neu und bringt anschließend ihre neue Stiefmutter mit ins Dorf, die extrem gläubig ist. Hier stehen sich zwei unterschiedliche Welten und GLaubensrichtungen gegenüber.

Der Schreibstil und die Welt sind wirklich zauberhaft. Vieles erinnert an die russische Atmosphäre aus den Grishaverse-Büchern: Winterlich und düster, aber dennoch faszinierend und fast schon romantisch. Die Russischen Sagen und Märchen wurden von der Autorin sehr schön in die Geschichte integriert und gut verständlich dargestellt.

Obwohl ich viel Potenzial in der Story erkenne, gab es dennoch ein paar Dinge, die mir nicht gefallen haben. Dazu gehört, dass das Christentum unmittelbar mit dem Bösen in Verbindung gebracht wird. Dieses Schwarz-Weiß malen kennt man ja aus diversen Märchen, dennoch hätte ich mir in einer modernen Interpretation gewünscht, dass dies etwas aufgelockert wird.

Außerdem ist die Erzählweise doch jetzt langsam. Es passiert in manchen Phasen recht wenig, sodass man sich zwingen muss, am Ball zu bleiben. Und naja… Fand nur ich es mekrwürdig, wie NORMAL es war, dass Frauen hier vergewaltig und angeschmachtet wurden? Auch hier schien es, als wolle die Autorin etwas zu viel, sodass die Szenen, in denen es zu MIssbrauch oder sexuellen Übergriffen kam, sich für mich zu stark summiert haben. Zwar passt das in die Welt Russlands im 1 Jahrhundert – aber muss es gleich so direkt und in dieser Menge eingebaut werden? Gerade weil es sich ja auch um ein Jugendbuch handelt und die Protagonisten selbst noch Teenager sind. Das war einfac nicht mein Ding.

Trotzdem: Wenn ihr also an Russischen Volksmärchen interessiert seid und euch meine Kritikpunkte nichts aus machen, kann ich euch das Buch definitiv ans Herz legen. Die winterliche Atmosphäre passt super in die Weihnachtszeit.

3,5/5 Sterne

*Vielen Dank an das Bloggerportal und den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar*

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