Bring down the stars

Emma Scott ist doch eine Grantier für einen emotionalen und wunderschönen Roman, oder? Nicht ganz. Denn ihr neustes Buch konnte mich leider so gar nicht überzeugen.

Bring down the stars
Beautiful-Hearts-Duett Band 1
Emma Scott
LYX Verlag
27. November 2019
400 Seiten
12,90 Euro
ISBN: 978-3736311282

Inhalt

College-Studentin Autumn ahnt nicht, dass die wunderschönen Gedichte, die ihr der attraktive Connor schickt, von dessen Freund Weston stammen. Und obwohl Autumn sich stark zu Connor hingezogen fühlt, spürt sie auch zu Wes eine unerklärliche, tiefe Verbindung. Während ihre verwirrenden Gefühle Autumn zunehmend in Seelennot bringen, verstricken die beiden Freunde sich immer weiter in ihrer gut gemeinten Täuschung. Und als Connor nach einem Streit mit seiner Familie eine folgenschwere Entscheidung trifft, steht plötzlich noch viel mehr als nur ihre Freundschaft auf dem Spiel …

Meine Meinung

Emma Scott hat ein ganz wunderbares Talent dafür, Emotionen zu wecken und in mir das Bedürfnis zu erzeugen, ihre Bücher einfach nur noch an die Wand zu schmeißen. Nicht, weil ich sie schlecht oder kitschig oder unerträglich finde, sondern weil ich beim Lesen nicht selten als ein emotionales Wrack ende. Mit „Bring down the stars“ ist wieder ein weiteres, Werk von ihr erschienen – mithalten mit seinen Vorgängern konnte es für mich aber leider nicht wirklich. Klischees gibt es in diesem Genre natürlich zu Hauf, allerdings gibt es immer da diese schmale Linie zwischen niveauvoller Romantik und Kitsch, die Emma Scott hier teilweise doch überschritten hat. Allein der Name der Protagonistin („Autumn“) hat bei mir schon zu mehrfachem Augenverdrehen gesorgt. Ein weiteres Problem waren für mich die vielen Zeitsprünge in der Geschichte, durch die man das Gefühl hatte, viel zu verpassen. Viele Fragen blieben mir hier ungeklärt und durch die Lücken in der Handlung hat man das Gefühl, aus dem Lesefluss gerissen zu werden. Zwar wird es so nie langweilig und es ist immer spannend, allerdings wirkt vieles so auch übereilt und ungenau. Man bekommt das Gefühl, dass in ein Buch möglichst viel Inhalt gepresst werden sollte.

Protagonistin Autum ist ein weiterer Schwachpunkt dieses Buches. Neben ihrem Namen ist auch ihr Charakter erschreckend unkreativ. Autumn ist ein naive, unschuldige Romantikerin, die einfach nix kapiert! In vielen Situationen wollte ich sie einfach nur noch schütteln und habe mir erhofft, dass sie vernünftiger und erwachsener handelt. Autum überdenkt nur wenige ihrer Handlungen, stürzt sich in Beziehungen, sodass wir am Ende ein klassisches (und für mich sehr gehasstes) Lovetriangle haben.

Von diesem Love Triangle möchte ich gar nicht erst anfangen. Die beiden Herren Connor und Weston waren für mich absolut unattraktiv, die Kombination dieser drei Charakter und ihre Liebesverwirrungen waren extrem anstrengend. Noch dazu kommt, dass man Connor eigentlich gar nicht richtig kennenlernt. generell werden viele Personen in dieser Geschichte kaum angemessen vorgestellt und charakterisiert. Dafür wird aber verzweifelt versucht, Autumn etwas Tiefe zu verleihen, indem man ein wenig politsche Meinungen von ihr einfließen lässt – komplett aus dem Nichts gegriffen und überhaupt nicht passend eingesetzt im Erzählmoment, aber hauptsache man setzt ein Statement…

Das Ende war dann auch noch recht ernüchternd. Wenn man viel Emotionen und einen großen Plotttwist erwartet, wird man definitv enttäuscht. Die Emotionen , die hier verzweifelt versucht wurden zu vermitteln, haben mich leider gar nicht erreicht.

Zum Schluss noch ein paar positive Anmerkungen: Emma Scott hat einen wirklich angenehmen Schreibstil, sodass sich ihre Bücher in kurzer Zeit und ohne Pausen verschlingen lassen. Für einen entspannten Sonntag-Nachmittag sind sie genau das richtige. Greift aber lieber erstmal zu „The Light in us“ oder „All in“.

PS: Auch wenn wir alles wissen, dass wir ein Buch nicht nach seinem Cover beurteilen sollten: Der Lyx Verlag hat sich mit diesem Cover wieder mal selbst übertroffen und ein echtes Juwel für unser Bücherregal geschaffen. Das wollte ich einfach nochmal loswerden: Good Job!

3/5 Sterne

*Vielen Dank an den Lyx-Verlag und die Bloggerjury für das Rezensionsexemplar*

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