Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß

Für 2020 wollte ich jeden Monat ein Bch lese, dass mehr als nur Unterhaltung ist – ein Buch mit Botschaft soll es sein, ein Buch, das mir etwas mitgibt. Für den Januar ist es dieses Buch geworden.

Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß
Manja Präkels
Roman
btb Verlag
240 Seiten
11. November 2019
10 Euro als TB
ISBN: 978-3442717866

Inhalt

Ein Dorf in Brandenburg wird zu einer Hochburg von Neonazis.

Mimi und Oliver sind Nachbarskinder in einer kleinen Stadt an der Havel. Sie spielen Fußball miteinander, leisten den Pionierschwur und berauschen sich auf Familienfesten heimlich mit den Schnapskirschen der Eltern. Mit dem Mauerfall zerbricht auch ihre Freundschaft. Mimi sieht sich als der letzte Pionier – Timur ohne Trupp. Oliver wird unter dem Kampfnamen Hitler zu einem der Anführer marodierender Jugendbanden. In Windeseile bringen seine Leute Straßen und Plätze unter ihre Kontrolle. Dann eskaliert die Situation vollends …

Meine Meinung

In diesem Buch geht es grob gesagt um die Entwicklung eines Jungen zum Nazi. Also ein recht aktuelles Thema, mit dem ich mich mal wieder etwas näher beschäftigen wollte. Außerdem geht es um die Zeit nach der Wende und was diese mit der jungen Generation macht. Die Entwicklung des Jungen, aber auch der Protagonistin Mimi und die Zerrissenheit der beiden ist sehr gut verdeutlicht worden und es gab viele sehr intensive Szenen, die einen zum Nachdenken animiert haben. Die von mir erhoffte Wirkung hat dieses Buch also tatsächlich bei mir hervorgerufen. Auch nach der Lektüre setzt man sich intensiver damit außeinander und beginnt zu verstehen, warum Rechtsradikale im Osten so viel verwurzelter erscheinen als im Westen.

Manja Präkels beschreibt die Provinz Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger präzise, stilistisch gekonnt und sehr bedrückend. Sie schreibt nüchtern, realistisch und genau deshalb umso wirkungsvoller. Phasenweise neigt sie zu sehr ausführlichen Beschreibungen. Der Schreibstil der Autorin ist recht eigenwillig und gewöhnungsbedürftig. Man muss diese doch recht langatmige Erzählweise mögen, um sich auf dieses Buch einlassen zu können.
Dennoch ist dies ein Roman, den man nicht vergisst.

4,5/5 Sterne

*Vielen Dank an den btb Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar*

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