Game of Gold

Der Hype im englischsprachigen Raum hat mich dazu bewegt, dieses Buch lesen zu wollen. Tatsächlich hatte ich viel Spaß beim Lesen – aber umgehauen hat es mich nicht.

Game of Gold
Shelby Mahurin
Fantasy-Liebesroman für junge Erwachsene
31. Januar 2020
448 Seiten
18 Euro
ISBN-13: 978-3748800200

Inhalt

Niemand darf erfahren, dass Lou eine Hexe ist. Denn sie will weder auf dem Scheiterhaufen enden noch auf dem Opferalter der mächtigen Weißen Hexe, die sie sucht. Um sich im wahrsten Sinne des Wortes unsichtbar machen zu können, stiehlt Lou einen magischen Ring. Leider wird sie dabei ausgerechnet vom Hexenjäger Reid entdeckt. Zwar gelingt es ihr, ihre wahre Identität vor ihm zu verbergen, aber entkommen kann sie ihm nicht. Denn der Erzbischof befiehlt den beiden, zu heiraten. Plötzlich findet sich Lou als Frau eines Hexenjägers wieder, dem sie zudem gegen ihren Willen immer näher kommt …

Meine Meinung

Empfohlen wird „Game of Gold“ nicht nur von Sarah J. Maas höchstpersönlich, sondern von einigen Kritiken wird die Geschichte auch direkt mit ihrer Reihe „Das Reich der sieben Höfe“ verglichen. Das verspricht also eine spannende und romantische Story, allerdings auch für vielen Romantasy-Klischees. Die Grundidee des Romans ist eigentlich genau mein Ding, aber vermutlich deswegen habe ich auch schon so viele Bücher aus dieser Richtung gelesen. Eine Hexe und ein Hexenjäger – ähnliche Ansätze kennen wir aus Six of Crows, Truthwitch oder Witchhunter. Originell ist es also nicht, aber es funktioniert.

Man fliegt durch die Seiten und ist gefesselt von der Liebesgeschichte. Allerdings sollte man dafür nicht allzu genau hinschauen und auch die ein oder andere Ungereimtheit übersehen können. Das Zustandekommen der Ehe der beiden ist etwas an den Haaren herbeigezogen, ihre Liebe entsteht aus den nichts und den gesamten Roman über stolpert man über Logikfehler. Die Hexenjäger stellen sich teilweise einfach nur idiotisch an, Lou ist angeblich in Gefahr aber das kommt so einfach absolut nicht rüber und dass sie nicht auffliegt ist einfach ein Wunder. So viele Hinweise kann man einfach nicht hinterlassen, ohne geschnappt zu werden! Deswegen, und weil sie einfach nur frech, vorlaut und vulgär ist, konnte ich Lou absolut nicht leiden. Sie war für mich eine extrem unsympathische Protagonistin, die am Ende einfach nur noch genervt hat. Ihr Gegenpart Reid (ein Name den ich sehr schön und passend für die Rolle fand) wirkte anfangs noch vielversprechend, verlor dann aber massiv an Charakter. Er war einfach ein 0815-Love-Interest und wirkte, als wäre er kein eigenständiges Wesen, total ohne Persönlichkeit.

Auch wenn es sich hierbei um romantische Jugendfantasy handelt, hätte ich mir bei der Thematik der Hexenverbrennung und -verfolgung auch noch ein etwas düsteres Setting gewünscht. Die Welt ist zwar ganz nett, aber doch recht unausgereift. Hier fehlte es mir an Details. Die Hexenthematik hätte mehr genutzt werden können. Besonders die Magie wurde eher schlecht beschrieben, sodass man sich nicht viel unter dieser vorstellen konnte.

„Game of Gold“ ist ein spannendes und gut geschriebenes Buch, dass sich schnell lesen lässt. Wer diese Art von Fantasy-Romanen mag und mit einer unausgereiften Welt und Standart-Charakter leben kann, sollte trotzdem viel Freude an diesem Buch haben. Ein Pluspunkt waren für mich die Nebencharakter, die allesamt wirklich liebenswert und sympathisch waren.

2,5/5 Sterne

*Vielen Dank an den HarperCollins Verlag für dieses Rezensionsexemplar*

Ein Kommentar zu „Game of Gold

  1. Absolute Zustimmung. Dieses Buch hat mich wahnsinnig aufgeregt, weil es selbst für einen Fantasy-Jugendroman so unglaublich unrealistisch konzipiert war.
    Lou ging mit ihren vulgären Liedern richtig auf die Nerven und wäre der Orden der Hexenjäger kein inkompetenter Haufen von prüden Männern gewesen, wäre sie schon bei Seite 50 auf dem Scheiterhaufen gelandet. Hab mir das ganze auch viel düsterer und gefährlicher vorgestellt.

    Die Liebesgeschichte entwickelte sich wirklich aus dem Nichts, ganz schlimm fand ich aber auch, dass Prinz Bea (?) einfach nach zwei Seiten Einführung Teil der Gruppe wurde und sie ihm direkt alle ihre Geheimnisse anvertraut haben.

    Tut mir Leid, aber ich musste das einfach los werden, weil mich so viele Dinge aus dem Buch tierisch genervt haben :‘)

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s