Periode ist politisch

So manche Frauen reden nicht gerne über ihre Periode, tun so als würde es sie nicht geben. Viele Männer ekeln sich vor dem Thema. Schlechte Stimmung von Frauen wird oft mit dem Satz „Die hat bestimmt ihre Tage“ begründet. Da ist ein solches Buch wohl längst überfällig gewesen. Nur beim nächsten mal bitte etwas besser umgesetzt.

Periode ist politisch
Ein Manifest gegen das Menstruationstabu
Franka Frei
02. März 2020
Heyne Hardcore
256 Seiten
ISBN-13: 978-3453272651

Inhalt

Was haben eine deutsche Hausfrau, die dänische Kronprinzessin und eine indonesische Fabrikarbeiterin gemeinsam? Sie menstruieren. Zumindest potenziell, denn sie gehören zu jenem Teil der Weltbevölkerung, der einen Zyklus hat. Die sagenumwobene Menstruation, Periode, Erdbeerwoche oder der Besuch von Tante Rosa machen weder Halt vor Herkunft noch vor Religion oder Klasse. Die Menstruation ist eine faszinierende Körperfunktion, dennoch gilt sie häufig als Tabu, was weitreichende Konsequenzen für die Umwelt, Wirtschaft und Geschlechtergleichstellung hat. Also ab in die Tonne mit dem Tabu! Franka Frei zeigt, wie das Menstruationstabu großen Schaden anrichtet, und dass es höchste Zeit ist, etwas dagegen zu tun.

Meine Meinung

Ein Buch über die Periode – mit mich als neue „Hobbyfeministin“ ein durchaus interessantes Thema. An Büchern dieser Art habe ich ja momentan viel Interesse. Und ich erwarte ehrlich gesagt auch viel von solchen Büchern. Wenn schon nicht neue Blickwinkel die mich zum Nachdenken animieren, dann wenigstens ein paar interessante Fakten. Leider konnte Frank Frei hier beides nicht abliefern. Man merkt doch recht schnell, dass dieses Buch nur eine aufgemotzte Abschlussarbeit ist, nur eben mit einem deutlich schlechteren Quellenverzeichnis. Die Autorin neigt zu vielen Wiederholungen und auf 250 Seiten liest man wenig neues. Viele Sätze und Thesen werden mehrfach wiederholt und dadurch entstehen viele langweilige Passagen. Noch dazu stößt man auf viele Fakten, die sich beim genaueren nachgoogeln aus Interesse als falsch oder ungenau herausstellen. Die Autorin sagt auch von sich aus, dass sie kein Interesse an der Biologie habe – und das merkt man dann in vielen Passagen auch.

Die Absicht hinter diesem Buch ist fantastisch und es ist längst überfällig, viele der hier genannten Dinge anzusprechen. Als eine Frau, die sich aber durchaus gerne mit dem Thema Periode auseinandersetzt (sie gehört halt seit 13 Jahren zu mir), konnte ich nicht viel neues erfahren. Ich teile viele Ansichten der Autorin, konnte hin und wieder beim Lesen zustimmend nicken. Aber das revolutionäre, das mich aus den Socken haut und auch mich noch zum Staunen bringen kann, das kam hier leider nicht vor. Ein interessantes Buch für junge Mädels, verklemmte Frauen und den ein oder anderen Mann, der sich an dieses Thema heranwagen möchte. Ihnen wird dieses Buch möglicherweise die Augen öffnen. Für mich war es leider nichts.

2,5/5 Sterne

(Und finde nur ich es merkwürdig, dass ein solches Buch gerade bei Heyne Hardcore gelandet ist?)

*Vielen Dank an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar*

Ein Kommentar zu „Periode ist politisch

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