Ich bin Gideon

Darf ich vorstellen: Mein Flop des Jahres. Ich bin Gideon war ein vielversprechendes Buch, das im englischsprachigen Raum extrem gefeiert wurde. Mit einer entsprechenden Erwartung bin ich also an dieses Buch herangegangen – und wurde enttäuscht.

Ich bin Gideon
Tamsyn Muir 
Roman
Heyne Verlag
13. April 2020
608 Seiten

Inhalt

Gideon Nav reicht es. Sie hat genug von dem düsteren Planeten voller verknöcherter Nonnen, starrer Regeln und schwarzer Klamotten, auf dem sie aufgewachsen ist. Genug von einem Leben als Dienerin des Neunten Hauses. Vor allem aber hat sie genug von Harrowhark Nonagesimus, der Erbin eben jenes Hauses, die Gideon mit ihrer herrischen Art das Leben schwer macht. Also packt Gideon ihr Schwert und ihre Pornohefte ein, um endlich von diesem gottverlassenen Planeten zu verschwinden. Doch sie wird erwischt. Die Strafe für ihren Fluchtversuch ist unangenehm: Sie soll Harrowhark als Schwertmeisterin an den kaiserlichen Hof begleiten, wo diese, gemeinsam mit den Erben der anderen royalen Häuser, an einem Wettkampf auf Leben und Tod teilnimmt. Wenn sie den Untergang des Neunten Hauses und ihres Planeten verhindern wollen, müssen die beiden wohl oder übel zusammenarbeiten. Und das, obwohl sie einander auf den Tod nicht ausstehen können – oder?

Meine Meinung 

Ein Klopper, der ganze 600 Seiten umfasst. Solche Fantasyromane können entweder ein echter Traum oder eben ein echter Albtraum sein. „Ich bin Gideon“ war für mich leider eher letzteres. Dann es ist genau das passiert, was oft geschieht: Die 600 Seiten haben sich oft sehr gezogen. Deshalb hat es mich letztendlich auch fast zwei Monate beBraucht, dieses Buch zu beenden. Ich habe selten mehr als 50 Seiten am Stück lesen können, denn ich habe einfach nicht einen Zugang zur Geschichte gefunden und konnte nicht darin eintauchen. 

Was mir gut gefallen hat, war der Schreibstil: Gideon ist ein sehr schnörkelloses Buch (an sich eigentlich eher nicht mein Stil), aber diese Einfachheit hat sehr gut zur Stimmung des Buches und zur Protagonistin. Die düstere Stimmung der Handlung und des Covers spiegeln sich optimal in der Erzählweise wieder. Abgesehen von manchen Passagen, die etwas langatmig und ZU schnörkellos für mich waren, mochte ich diesen Stil ganz gerne. 

Ein großes Problem dieses Buches ist das Worldbuilding: Es ist schlichtweg nicht ausgereift und absolut chaotisch erklärt. Als Leser findet man gar nicht gut in diese Welt, ss gibt viele Namen und Begriffe, die einen zeitweise echt überfordern und auch die Haupthandlung wirkt unausgereift und sogar unlogisch. Das liegt aber wahrscheinlich gar nicht daran, dass hier Logikfehler vorliegen, sondern einfach am undurchsichtigen Handlungsaufbau, der einen als Leser nicht alles verstehen lässt. Ich kam an vielen Stellen einfach nicht mit. Und irgendwann setzt schließlich auch die Resignation ein und man denkt sich: Ach was solls – ich versuche gar nicht mehr, das zu verstehen. Ich quälte mich also letzten Endes durch „Ich bin Gideon“ und muss als Fazit sagen, dass hier ein enormes Potenzial einer tollen Geschichte verschenkt wurde. 

2/5 Sterne

*Vielen Dank an den Heyne Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar*

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